in Deutschlands Städten bestimmen Spekulation und renditegetriebene Investoren zunehmend, wer wo wohnen und arbeiten kann. Die Folge: explodierende Mieten, steigende Boden- und Immobilienpreise, soziale Spaltung und der Verlust von immer mehr wertvollen Flächen.
Woran liegt es, dass Wohnen immer teurer wird und qualitätvoller bezahlbarer Wohnungsbau immer schwieriger zu realisieren ist? Was bedeutet das für uns Planende? Und wie kann man diesem Missstand begegnen?
Mit Franziska Eichstädt-Bohlig (Grundeigentum verpflichtet. Warum wir eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik brauchen. Oekom-Verlag 2025)

Arturo Romero Carnicero wird seine Dissertation vorstellen, die „durch und für“ das Projekt –research by design, research for design– entwickelt wurde und sich an der Schnittstelle von speculative design, posthumanistischen Umwelttheorien und digitalen Technologien verortet.

Angesichts von Klimakrise und wachsender Konkurrenz um Boden und Freiräume rückt die Landschaftsarchitektur ins Zentrum städtischer Transformation. Sie ist keine nachgeordnete Disziplin und kein grünes Feigenblatt, sondern Schnittstelle von Ökologie, Politik und Raumproduktion. Hier werden Klimaanpassung, Ressourcenkonflikte und Fragen sozialer Gerechtigkeit konkret verhandelt. Hier entscheidet sich, wie wir künftig in der Stadt leben.
Mit atelier le balto und Marcel Tröger (studio erde)
Moderation: Christian Hiller, Alex Nehmer (ARCH+)

7. BDA-Hochschultag der Architektur
Wie kann das Studium zum Labor für eine klimagerechte Architektur werden – praxisnah, experimentell und gesellschaftlich wirksam?
Reallabore sind ein vielversprechender Ansatz, um solche Herausforderungen ins Zentrum der Lehre zu stellen. Wie kann dieses praxisnahe Format in der Lehre umgesetzt werden? Wie sind solche Lernräume zu konzipieren, so dass Studierende im Dialog mit Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft neue Perspektiven auf gesellschaftliche Herausforderungen gewinnen? Und welche Impulse können Lehrende aus diesen Formaten für die Reflexion und Weiterentwicklung ihrer eigenen Lehre erhalten?

Seit 2006 bietet das Symposium Health Care of the Future eine Plattform für den Austausch über Entwicklungen im Gesundheitswesen und deren Einfluss auf Architektur und Planung. Die 11. Ausgabe widmet sich dem Thema ExSTRUCTURA. Smart Care, Human Values – dem Auflösen, Neuordnen und Weiterdenken von Gesundheitsarchitektur in einer Zeit tiefgreifender technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen.

Mit ihrer neuen Arbeit Bliss wendet sich Laura J. Padgett unserer erratischen Beziehung zur Natur zu, die zugleich von Sehnsucht und Kontrolle, Nähe und Entfremdung geprägt ist. Ihre Fotografien zeigen, wie künstliche Nachbilder des Natürlichen zugleich Trost und Spiegel unserer eigenen Unvollkommenheit sind.

Die Kunstmuseen Krefeld widmen der französischen Architektin und Designerin Charlotte Perriand (1903–1999) die erste Retrospektive im deutschsprachigen Raum. Ihre visionären Gestaltungsansätze sind bis heute aktuell. Sie zählt zu den einflussreichsten Persönlichkeiten, die aus dem Studio von Le Corbusier hervorgingen. Die Schau konzentriert sich auf Perriands innovative Beiträge zum Wohnen und entsteht in enger Zusammenarbeit mit den Archives Charlotte Perriand.

Gasteig HP8 in überraschenden Blicken auf die Isarphilharmonie.
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Handwerkliche Produktion findet in Kairo unter freiem Himmel und direkt an der Straße statt. Einzelne Gewerke sind meist in bestimmten Vierteln oder Straßenzügen konzentriert, so bis vor Kurzem auch die Stuckwerkstätten. Luc Merx hat diese Werkstätten, die zum großen Teil inzwischen abgerissen wurden, in vier Fotoserien dokumentiert. Seine Fotografien zeigen die einmalige Ästhetik dieser Räume mit vielfältigen Bezügen zur Baupraxis und Bau- und Kunstgeschichte.

Bereits vor rund hundert Jahren sind aus einer vergleichbaren Situation heraus Gebäude entstanden, die wir heute der „Neuen Sachlichkeit“ zuordnen. Aus ökonomischer, technischer und gesellschaftlicher Notwendigkeit entwickelte sich damals eine neue architektonische Haltung.
Was lässt sich daraus für heute lernen? Wie können aus dem bewussten Streben nach Einfachheit – aus dem „Hang und Zwang zum Einfachen“ (Rudolf Schilling) – qualitätvoller Wohnungsbau und gute Städte entstehen, die das Grundbedürfnis Wohnen ernst nehmen und für kommende Generationen Wert und Bedeutung behalten?
