Fotografie in Zeiten, in denen wir mit KI und Fakenews konfrontiert sind, muss sich als Dokumention der Geschichte bewähren. Die Inselgruppe Sansibar kann auf eine Jahrtausende alte, multikulturelle und unterdrückungsreiche Geschichte zurückblicken. Und heute? Die Fotografien vermitteln den Eindruck einer eigenständigen Welt. Zum Foto-Essay >>>
In den Niederlanden von heute ist jeder Quadratmeter Landfläche präzise geplant, jeder Kubikmeter Wasser ist in ein kontrolliertes System aus Deichen, Schleusen und Kanälen eingebunden, jede Luftbewegung trifft auf unzählige Windkraftanlagen. Das Land, das einst als schwer bewohnbares Sumpfland galt, steht heute fast symbolhaft für die radikale Veränderung der Umwelt durch den Menschen. Henrik Spohler geht der Frage nach, wie sich eine moderne Kulturlandschaft mit ihren komplexen historischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Bezügen lesen und darstellen lässt. Zum Foto-Essay >>>
Die 1976 bis 1984 gebaute Siedlung High-Deck in Neukölln wurde genauso wenig gepflegt und baulich betreut wie die allermeisten Großsiedlungen in Deutschland. Die Entwicklung vom begehrten, modellhaften Wohnort bis zum sozialen Brennpunkt verlief deswegen so fatal zwangsläufig und so wenig nachhaltig wie vieles in der renditeorientierten Neubau-Republik. David Hiepler war im Februar 2023 in der Siedlung unterwegs – seine Fotografien zeigen in bestechender Prägnanz die Qualitäten von einst und die Spuren der Zeit. Zum Foto-Essay >>>
Zanders gehört zu Bergisch-Gladbach wie der Dom zu Köln. Als Gohrsmühle begann die Papierproduktion hier 1596, doch 2021 endete die 400jährige Tradition der Papierproduktion nach langem Aufbäumen. Christoph Seelbach suchte in den verlassenen Räume nach Spuren, die Aufschluss darüber geben, wie es früher gewesen sein mochte, als hier noch Papier produziert wurde: Ein Streifzug durch die Papierproduktion der letzten Jahrzehnte, und ein Weg durch ein Stück Stadt- und Industriegeschichte, mit Gebäuden aus mehreren Jahrhunderten; selbst Dominikus Böhm hat hier gebaut. Was in Zukunft geschieht, ist offen. Die Papierproduktion wird vermutlich für immer Geschichte sein. Zum Foto-Essay >>>
Das Projekt „sichtlich verstummt“ beschäftigt sich wortwörtlich mit der Verortung von Minaretten in Deutschland. Insgesamt gibt es etwa 2500 Moscheen in Deutschland, von denen ungefähr 900 auf Anhieb als solche erkennbar sind. Darunter befinden sich 220 Moscheen mit Minarett – die meisten davon in Gewerbe- oder Industriegebieten. Die Fotodokumentation bezieht auch Moscheen mit ein, für die zwar kein Minarett, dafür aber symbolische Provisorien errichtet wurden: ein Kamin, der minarettartig verziert oder eine Hausfassade, die mit einer Minarettsilhouette bemalt ist. Ein Auszug der Arbeit erhielt beim Europäischen Architekturfotografiepreis "architekturbild" 2023 eine Auszeichnung. Zum Foto-Essay >>>