Wie kaum ein anderer deutscher Künstler hat Richard Riemerschmid die Gestaltung der Wohn- und Lebenswelt in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts beeinflusst. Als Mitarbeiter der Zeitschrift „Jugend“ (1896) in München wandte er sich gegen den Historismus und setzte sich unter dem Einfluss der Arts and Crafts-Bewegung für eine Erneuerung der Architektur, des Designs und aller Bereiche der Innenausstattung ein. Riemerschmids Innenausbau des Schauspielhauses in München (Kammerspiele) gilt als der schönste Bau des deutschen Jugendstils, die von ihm geplante erste deutsche Gartenstadt Hellerau ist noch heute ein wegweisendes Dokument der sozialen und künstlerischen Reformbewegungen um die Jahrhundertwende und seine Wohnbauten sind Musterbeispiele organisch umbauter Lebensvorgänge, die in einer Zeit der Abkehr von rein rationaler Gestaltung zunehmend an Verständnis und Bedeutung gewinnen.
Archivführungen um 11 und 14 Uhr
Anmeldung erforderlich
Weitere Information >>>