Zufällige Architektur nennt Jan Hora die Architektur, die nicht von Anfang an so geplant wurde, wie sie realisiert wurde, die im Prozess entstanden ist, bei der Pragmatik, begrenzte Ressourcen ebenso wie die Kunst der Improvisation eine Rolle spielen. Sie begegnet einem am häufigsten bei Umbauten und Sanierungen, aber es können auch völlig neue Werke entstehen. Entscheidend ist, dass dabei stets bereits vorhandene Fragmente verwendet werden, was einen gewissen Verlust an Kontrolle über den Plan mit sich bringt. Jan Hora bewundert Werke der "zufälligen Architektur, ihre Vielschichtigkeit, ihren Einfallsreichtum und ihre Ökonomie", er ist stets auf der Such nach ihr und nutzt sie für die eigene Arbeit. Für ein Foto-Essay hat er einige Beispiele der "Accidental Architecture" zusammengestellt. Zum Foto-Essay >>>
Angesichts einer perspektivisch anstehenden, aber noch ungeklärten Sanierung von Gottfried Böhms 1980 eröffnetem Kulturbau dokumentieren die Fotografien in diesem Essay den ungeschönten Ist-Zustand eines Denkmals, das zwischen skulpturalem Anspruch und pragmatischer Funktionalität oszilliert. Zum Foto-Essay >>>
Das Felix-Nussbaum-Haus war 1998 das erste fertiggestellte Gebäude von Daniel Libeskind, und es widersteht bis heute mit den üblichen Erwartungen, die Besuchende an ein Museumsgebäude haben. Der New Yorker Fotografin Erieta Attali ist es gelungen, die verschiedenen Bezüge inner- und außerhalb des Felix-Nussbaum-Hauses in Osnabrück, das komplexe Zusammenspiel von Architektur, Museums- und Ausstellungsräumen sowie den darin präsentierten Gemälden des deutsch-jüdischen Malers Felix Nussbaum, mit ihren Fotografien einzufangen. Zum Foto-Essay >>>
„La Cupola“, das Ferienhaus, das sich der bekannte Filmregisseur Michelangelo Antonioni 1968 in Sardinien bauen ließ, verfällt. Dabei hätte es das kleine Juwel verdient, erhalten zu werden. Entworfen hat es Dante Bini, der ein Verfahren entwickelt hatte, auf einem aufgeblasenen Kunststoffballon als Tragkonstruktion Betonschalen zu gießen. Victor S. Brigolas Bilder zeigen, dass das Haus mit der zeittypischen Verbindung aus Technikbegeisterung, Experimentierfreude und Land-Art-Gestus erhalten werden sollte. Zum Foto-Essay >>>
Seit vielen Jahren fotografiert David Hiepler Landschaften. Seine Bilder machen spürbar, was man auf Bildern eigentlich nicht sieht: den Wind, die Sonne, die Kälte, die Wärme, die winzigen Wassertropfen in der Luft. Auch das Licht wird ja erst dann sichtbar, wenn es auf einen Widerstand trifft. Und dann entsteht der Zauber, der aus einem möglicherweise zuvor Unscheinbares etwas Großartiges macht. Zum Foto-Essay >>>