Das Ruhrgebiet ist bekannt für die Bilder der von Kohle und Zechen geprägten Stadtlandschaft – und dafür, wie diese Landschaft transformiert wurde. Dabei haben die Kirchen eine untergeordnete Rolle gespielt. Das Kunstfestival Manifesta hat sie zum Thema gemacht.
In der Kirche Sankt Michael in Saarbrücken fand Mitte September 2023 ein gut besuchtes, interdisziplinäres Kolloquium statt. Es ging unter dem Titel „Gottes Häuser“ darum, was aus den tausenden Kirchen in Deutschland werden soll, die leer stehen, umzunutzen sind, veräußert werden müssen. Zeit, um die Grauzonen zwischen Kirchenbau, Säkularisierung, Aufklärung und gegenwärtigen Glaubensinhalten zu beleuchten.
Endlich wird begriffen, was es heißt, im Zeitalter der Transformation zu leben und zu arbeiten. Die Kirche, von Skandalen gebeutelt, verliert dramatisch an Mitgliedern, als Bauherrin steht sie vor neuen Aufgaben mit ihrem teils uralten, hochwertigen Bestand.
Der neue Bericht der Bundesstiftung Baukultur beschwört die „neue Umbaukultur“. Dass diese Kultur noch nicht voll erblüht ist, wissen wir. Umso wichtiger, zu zeigen, dass mit ihr Potenziale verbunden sind, die weit über den Erhalt von Grauer Energie hinausgehen. Kirchen sind dafür ein exzellentes Beispiel.
Mut baut Zukunft. So wurde für den Kirchbautag geworben. Doch auf der Veranstaltung hätte man sich etwas mehr Mut zu klaren Worten und einer anderen Baupraxis gewünscht.
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