Stilkritik (80) | Parteipolitik und persönliche Eitelkeiten dominieren in Berlin Entscheidungen, die Baukultur und demokratische Prinzipien ignorieren – sie...
Vor wenigen Wochen zogen 200 Schafe durch Berlin, vom Haus der Kulturen der Welt über die Straße des 17. Juni ins Hansa-Viertel. Die Aktion sollte auf die prekäre Lage von Schäfern hinweisen. Doch die künstlerische Intervention leistet mehr: sie trifft tief ins Mark des routinierten und selbstgefälligen Stadtdiskures.
Eine düstere, knappe Bestandsaufnahme zur „Baugeschichte auf dem Lande“ war von Wolfgang Bachmann hier vor kurzem zu lesen. Bachmann provozierte damit möglicherweise, neue Strategien vehement einzufordern, für die Qualitäten des Vorhandenen ebenso zu werben wie gute Beispiele sichtbar zu machen.
Nun soll der Museumsneubau am Berliner Kulturforum – Architekten sind Herzog & de Meuron – doch sehr, sehr viel teurer als angekündigt werden. Genauer 450 oder vielleicht 600 Millionen Euro statt 200 Millionen Euro. Unfassbar, dass unter Leitung von Monika Grütters jetzt einfach der Spatenstich erfolgen soll
In den Großstädten wird es enger, doch noch scheint es nicht jenen Überlaufeffekt zu geben, von dem die ländlichen Räume profitieren. Aber es könnte bald soweit sein. Wir müssten dafür aber unser Bild von "dem" Land ändern – und nicht nur dieses.
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